Mitarbeiter Schulung

Fachkompetenz als Erfolgsfaktor für die Branche hochhalten

Standpunkt
29. Mai 2026

Eine hohe Fach- und Handlungskompetenz der Mitarbeitenden trägt entscheidend zur Reputation der Versicherungsbranche bei. Ein schweizweites Aus- und Weiterbildungssystem für alle Altersgruppen steigert die Attraktivität der Privatversicherer als Arbeitgeber.

Die Versicherungswirtschaft bekennt sich zur dualen Berufsbildung und legt Wert darauf, den Nachwuchs aus den eigenen Reihen zu rekrutieren. Ein umfassendes und durchlässiges Aus- und Weiterbildungssystem ermöglicht zudem den Quereinstieg in die Branche und attraktive Entwicklungsmöglichkeiten bis über die ordentliche Pensionierung hinaus.

Alle Generationen fördern

Als engagierte Ausbildungsbranche bildet die Versicherungswirtschaft ihre zukünftigen Fachkräfte bestmöglich selbst aus. Mit konstant über 2100 Lehrverträgen leistet sie einen wichtigen Beitrag zur Förderung der nächsten Generation. Der Berufsbildungsverband der Versicherungswirtschaft VBV ist zusammen mit Bund und Kantonen für die Aus- und Weiterbildung im Versicherungsbereich zuständig. Der Schweizerische Versicherungsverband SVV unterstützt den VBV in der Trägerschaft von Bildungsabschlüssen und engagiert sich seit 2023 als Mitglied von ICT-Berufsbildung Schweiz für die Förderung der IT-Berufe in der Assekuranz. So gestaltet die Branche die Entwicklungen im zukunftsträchtigen Berufsfeld von Informatikern, Entwicklerinnen digitales Business und Mediamatikern mit. Dabei wird ein besonderes Augenmerk auf die Vermittlung von KI-Kompetenzen und Datenverständnis gelegt. Zudem helfen Informationsangebote wie die Plattform «startsmart.ch», auf der Schulabgängerinnen und -abgänger in die Versicherungswelt eingeführt werden.

Die Anforderungen an die Kompetenzen, die die Fachkräfte im Dienstleistungssektor der Versicherungsindustrie mitbringen sollen, sind hoch und entwickeln sich laufend weiter. Es entstehen neue Berufsprofile mit sich verändernden Qualifikationsanforderungen. Der SVV engagiert sich deshalb für eine zukunftsbezogene Qualifikationsentwicklung und arbeitet eng mit der Forschung, den Bildungsanbietern und den Mitgliedgesellschaften zusammen. Mitte 2026 veröffentlicht der SVV in Zusammenarbeit mit der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) eine Studie mit dem Titel «Versicherungskompetenzen 2035: Berufsbilder im Wandel». Diese untersucht, welche Kompetenzen für die Berufsbilder in der Schweizer Versicherungsbranche bis 2035 gefragt sind. Der Schwerpunkt liegt auf beschäftigungsstarken Rollen der mittleren Qualifikationsebene (Professionals). Die Erkenntnisse fliessen in die Entwicklung von Rollen- und Aufgabenprofilen, Karrierewegen sowie Aus- und Weiterbildungskonzepten ein. Weiter hat der SVV mit «InsurSkills» ein Selbstanalysetool entwickeln lassen, mit dem die Mitarbeitenden ihre eigenen Kompetenzen überprüfen können. Damit investiert die Branche kontinuierlich in die Arbeitsmarktfähigkeit ihrer Mitarbeitenden.

Fachkräfte sind weiterhin Mangelware

Trotz einer leichten Entspannung am allgemeinen Arbeitsmarkt bleibt der Fachkräftemangel in der Assekuranz eine strukturelle Herausforderung. Aktuelle Auswertungen des Fachkräftemangels (Stand 2025/2026) verdeutlichen, dass die Versicherungsbranche weiterhin überdurchschnittlich stark von Rekrutierungsschwierigkeiten betroffen ist, insbesondere in den Bereichen Underwriting, Aktuariat und IT-Architektur. Um dieser Herausforderung zu begegnen, verfolgt die Branche drei Hauptansätze: eine effizientere Nutzung des ungenutzten Fachkräftepotenzials, verstärkte Investitionen in die Aus- und Weiterbildung sowie die Steigerung der Attraktivität der Branche und ihrer Berufsfelder.

Neue Mindeststandards für Aus- und Weiterbildung

Mit dem revidierten VAG und der entsprechenden AVO traten zum 1. Januar 2024 wichtige Neuerungen bezüglich der Informationspflicht zur Aus- und Weiterbildung von Versicherungsvermittlerinnen und -vermittlern in Kraft. Die Verantwortung, Kundinnen und Kunden über die Aus- und Weiterbildung zu informieren, liegt nun bei den Versicherungsunternehmen bzw. den -vermittlern. Für die Anforderungen an die Aus- und Weiterbildung galt eine zweijährige Übergangsfrist bis Ende 2025. Die Mindeststandards wurden am 23. August 2024 vom FINMA-Verwaltungsrat anerkannt. Der VBV hat auf dieser Basis ein umfassendes Prüfungskonzept entwickelt, welches seit Sommer 2025 live ist. 
Anerkannte Versicherungsvermittlerinnen und -vermittler sind nun offiziell im Register eingetragen, was Transparenz und Qualität in der Kundenberatung nachhaltig stärkt.

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