Fünf Personen in formeller Kleidung stehen vor einer Treppe.

Versicherbarkeit als Grundlage für Resilienz und Stabilität

Medienmitteilung
19. Juni 2026

Naturgefahren, Cyberangriffe und die Zunahme psychischer Erkrankungen zeigen, wie wichtig tragfähige Versicherungslösungen für Wirtschaft und Gesellschaft sind. Wie Risiken auch künftig tragbar und finanzierbar bleiben, diskutierten Vertreterinnen und Vertreter aus Wirtschaft, Politik und Wissenschaft am Tag der Versicherer in St. Gallen. Für eine 2. Amtsperiode als SVV-Präsident bestätigt wurde Stefan Mäder. Neu in den Vorstand gewählt wurden Mirjam Bamberger, Patric Deflorin und Peter Giger.

Unter dem Leitmotiv «Versicherbarkeit gestalten: für eine starke Wirtschaft und resiliente Gesellschaft» diskutierten Vertreterinnen und Vertreter aus Wirtschaft, Politik und Wissenschaft in der Tonhalle St. Gallen über die Voraussetzungen für eine langfristig funktionierende Risikoabsicherung. Versicherer schaffen Sicherheit, Planbarkeit und finanzielle Stabilität – und damit die Grundlage dafür, dass Menschen und Unternehmen nach schwierigen Ereignissen wieder nach vorne blicken können. «Versicherbarkeit entsteht nicht von selbst», stellte Stefan Mäder, Präsident des Schweizerischen Versicherungsverbandes SVV, zu Beginn der Veranstaltung fest: «Sie muss erhalten, angepasst und manchmal neu erkämpft werden.»

Am Beispiel des Felssturzes von Blatten illustrierte Mäder, wie wichtig funktionierende Versicherungslösungen im Ernstfall sind: «Wo Risiken versichert sind, können Betroffene rasch unterstützt und Wiederaufbau sowie wirtschaftliche Erholung geplant werden.» Diese Perspektive wurde durch den Beitrag von Matthias Bellwald, Gemeindepräsident von Blatten, ergänzt. Er zeigte in St. Gallen auf, welche Bedeutung verlässliche Versicherungslösungen für die betroffene Bevölkerung und die langfristige Entwicklung der Gemeinde haben. Mit der «Vision Blatten 2030» skizzierte er zudem den Weg des Wiederaufbaus und machte deutlich, dass Resilienz nicht nur finanzielle Mittel, sondern auch Zuversicht, Planungssicherheit und das Zusammenspiel verschiedener Akteure voraussetzt.

Versicherbarkeit startet bei der Prävention

Der Jahresanlass der Schweizer Versicherungswirtschaft hielt fest, dass Versicherbarkeit mit dem Risikobewusstsein startet, dann aber auch von Prävention und insbesondere verlässlichen gesetzlichen und regulatorischen Rahmenbedingungen abhängt. Im Zentrum steht dabei stets die Frage, wie Eigenverantwortung, marktwirtschaftliche Lösungen und kollektive Absicherung sinnvoll zusammenspielen.

Diese Herausforderungen können aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet werden: FINMA-Direktor Stefan Walter sprach über die Rolle der Aufsicht, die Philosophin Barbara Bleisch über das Verhältnis von Absicherung und Verunsicherung. Sandra Känzig, CISO von Helvetia, und Sandro Nafzger, CEO von Bug Bounty Switzerland, zeigten anhand von «Ethical Hacking», wie Cyberrisiken sichtbar und damit besser beherrschbar werden. Auf dem Podium diskutierten Barbara Bleisch, Patric Deflorin, CEO AXA Schweiz, Axel Ladner, Facharzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie, sowie Serena Stellavato, KV-Lernende bei der Pax, über psychische Belastungen zwischen Eigenverantwortung und kollektiver Absicherung.

Stärkung funktionierender privatwirtschaftlicher Versicherungslösungen

Deutlich wurde dabei: Die Stabilisierung der Versicherbarkeit gelingt nur als gemeinsame Aufgabe von Wirtschaft, Politik und Gesellschaft. Wo private Versicherungslösungen funktionieren, sollen sie gestärkt werden. Wo Risiken komplexer werden, braucht es jedoch geeignete staatliche Rahmenbedingungen, damit Versicherungsmärkte überhaupt entstehen und langfristig funktionieren können. Bei der Absicherung von Naturgefahren beispielsweise ist die Schweiz gut aufgestellt. Der Elementarschadenpool ermöglicht eine flächendeckende und vollständig privatwirtschaftlich organisierte Deckung von Naturrisiken und hat seine Leistungsfähigkeit auch bei grossen Schadenereignissen wiederholt unter Beweis gestellt.

Mit Sorge blickte der CEO des SVV, Urs Arbter, hingegen auf die regulatorische Entwicklung: «Die Tendenz zu einer immer filigraneren Regulierung erzeugt nicht nur Bürokratie, sondern beeinträchtigt auch die Versicherbarkeit. Dem ausgewogenen Verhältnis zwischen staatlichen Vorgaben und Eigenverantwortung ist wieder stärker Rechnung zu tragen.»
 

Gruppe von sieben Personen in formeller Kleidung vor einer Treppe.
v.l.n.r.: Stefan Mäder, Präsident SVV, Mirjam Bamberger, CEO CSS, Patric Deflorin, CEO AXA Schweiz, Jean-Daniel Laffely, Generaldirektor Vaudoise, Peter Giger, Group CRO Zurich Insurance, Thomas Boyer, CEO der Groupe Mutuel, Urs Arbter, CEO SVV

Neu- und Wiederwahlen in den Verbandsvorstand

An der 96. Generalversammlung des SVV wurden gleichentags Mirjam Bamberger, CEO CSS, Patric Deflorin, CEO AXA Schweiz, und Peter Giger, Group Chief Risk Officer Zurich Insurance Group, neu in den Verbandsvorstand gewählt.

Für eine weitere Amtsperiode von drei Jahren wiedergewählt wurden Stefan Mäder als Präsident sowie die Vorstandsmitglieder Thomas Boyer, CEO Groupe Mutuel, und Jean-Daniel Laffely, Generaldirektor Vaudoise.

Die abtretenden Vorstandsmitglieder Juan Beer, Philomena Colatrella, Clemens Markstein und Fabrizio Petrillo wurden für ihr grosses Engagement im Dienste des SVV und der Schweizer Versicherungswirtschaft verdankt.

Hinweis an die Redaktion

Der Schweizerische Versicherungsverband SVV ist die Branchenorganisation der Schweizer Privatversicherer. Mit rund 70 Mitgliedern – darunter global tätige Erst- und Rückversicherer sowie national ausgerichtete, spezialisierte Sach-, Lebens- und Krankenzusatzversicherer – vertritt der Verband über 95 Prozent der in der Schweiz erwirtschafteten Versicherungsprämien. Der SVV setzt sich für eine nachhaltige Entwicklung der Versicherungswirtschaft ein und fördert Lösungen, die zur Stabilität und Sicherheit der Schweizer Wirtschaft und Gesellschaft beitragen. Damit leistet die Privatassekuranz einen wichtigen Beitrag zum Wohlstand in der Schweiz. Die Branche zählt zu den produktivsten und wertschöpfungsintensivsten Wirtschaftszweigen des Landes und beschäftigt rund 50’000 Mitarbeitende.
 

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