
Mitgliedgesellschaften des Schweizerischen Versicherungsverbandes SVV wollen den digitalen Zugang zu Vorsorgedaten gemeinsam weiterentwickeln. Sie setzen sich dafür ein, dass Versicherte künftig sicher und standardisiert auf ihre Vorsorgedaten zugreifen und diese in einer transparenten und verständlichen Gesamtübersicht zusammenführen können.
Wie gut bin ich im Alter oder bei einem Schicksalsschlag finanziell abgesichert? Und wie steht es um die Altersvorsorge unseres Haushalts? Diese Fragen sind heute nicht einfach zu beantworten, denn die relevanten Informationen liegen bei unterschiedlichen Einrichtungen und werden in verschiedenen Systemen dargestellt. Eine verständliche Übersicht über die Vorsorgeeinkünfte aus allen drei Säulen würde helfen, mögliche Lücken zu erkennen und fundierte Entscheidungen für die eigene Vorsorge zu treffen.
Versicherer im Schweizerischen Versicherungsverband SVV leisten dazu einen konkreten Beitrag. Sie vereinfachen die Vorsorgeübersicht mit Hilfe von digitalen Dashboards. Damit unterstützen sie das politische Anliegen, dass Anbieter aller drei Vorsorgesäulen ihren Kundinnen und Kunden einen einheitlichen digitalen Zugang zu ihren persönlichen Vorsorgedaten ermöglichen.
Bereits heute bieten zahlreiche Versicherer und Vorsorgeeinrichtungen digitale Portale an. Künftig sollen Versicherte darin mit Hilfe von Vorsorgedashboards eine aggregierte und transparente Sicht auf ihre persönliche Vorsorgesituation erhalten. Dazu sollen Vorsorgedaten schrittweise standardisiert und über interoperable Schnittstellen sicher zugänglich gemacht werden.
Dabei ist weder eine zentrale Datensammlung noch ein einheitliches Vorsorgeportal vorgesehen. Die Daten sollen bei den jeweils verantwortlichen Einrichtungen verbleiben und nur mit dem Einverständnis der Kundinnen und Kunden über sichere Schnittstellen ausgetauscht werden. Bestehende Portale von Versicherern, Pensionskassen oder anderen Anbietern können genutzt und weiterentwickelt werden, sofern sie gemeinsame Standards und Mindestanforderungen erfüllen.
Um diese Zielsetzung schrittweise umzusetzen, haben die Mitgliedgesellschaften des SVV ein Memorandum of Understanding erarbeitet. Dieses hält ein gemeinsames Zielbild sowie den vorgesehenen Umsetzungspfad fest.
In einer ersten Phase werden die fachlichen und methodischen Grundlagen geschaffen. Dazu gehören ein gemeinsames Datenset, einheitliche Definitionen und Datenstrukturen sowie Anforderungen an Datenschutz, Informationssicherheit und Datenqualität. Gleichzeitig wird festgelegt, wie die persönliche Vorsorgesituation in digitalen Vorsorgedashboards verständlich und vergleichbar dargestellt werden kann.
Die Umsetzung knüpft an bestehende Infrastrukturen und Vorsorgeportale an. Zunächst steht die Weiterentwicklung innerhalb der zweiten Säule im Vordergrund. Ein Pilot wird im vierten Quartal 2026 lanciert. Sobald die erforderlichen Daten und Schnittstellen verfügbar sind, sollen auch die erste und die dritte Säule schrittweise einbezogen werden.
Open Pension ist ein strukturpolitischer Schritt, der eine zentrale Schwachstelle des heutigen Vorsorgesystems adressiert.

Open Pension soll Versicherten einen sicheren, standardisierten digitalen Zugang zu ihren Vorsorgedaten ermöglichen.

Der SVV begrüsst die vom Bundesrat verabschiedeten Ziele für Open Finance in der Schweiz und unterstützt insbesondere die Bestätigung des marktbasierten Ansatzes.
