
In einer instabileren Welt werden Exportausfallversicherungen wichtiger. Sie helfen der Schweizer Exportwirtschaft, international handlungsfähig zu bleiben.
In Zeiten geopolitischer Spannungen sind Exportversicherungen kaum wegzudenken. «Zölle bringen Instabilität in eigentlich stabile Geschäfte», sagt Jan Möllmann, CEO von Allianz Trade in der Schweiz. Als stark exportorientierte Volkswirtschaft ist die Schweiz besonders auf stabile internationale Absatzmärkte angewiesen. Unsicherheiten wirken sich unmittelbar auf die Wirtschaft aus.
Wenn Exporteure die Risiken ihres Auslandsgeschäfts nicht kontrollieren können, kann das ernste Folgen haben. Exportausfallversicherungen helfen, politische und wirtschaftliche Risiken kalkulierbarer zu machen. Abgesichert werden je nach Geschäft Zahlungsausfälle, Risiken in der Produktionsphase sowie Bürgschaften und Garantien. Ein Abnehmer, der bei Vertragsabschluss noch als intakt gilt, kann später in finanzielle Schwierigkeiten geraten, insolvent werden oder infolge politischer Restriktionen nicht mehr zahlen. Gerade in einer volatilen Welt steigt damit der Bedarf an Absicherung.
Zölle bringen Instabilität in eigentlich stabile Geschäfte.
Jan Möllmann,
CEO von Allianz Trade in der Schweiz
Private Versicherer übernehmen dabei eine wichtige Rolle für die Schweizer Exportwirtschaft. Wie Jan Möllmann, CEO von Allianz Trade in der Schweiz, sagt: «Man kann nicht alles absichern, aber dazu beitragen, Unsicherheit aus dem Geschäft zu nehmen.» Sie sichern nicht nur Forderungen ab, sondern begleiten Unternehmen auch bei der Erschliessung neuer Märkte. Als Trump am 1. August 2025 seine neuen Zölle für die Schweiz ankündigte, zeigte sich: Der US-Markt ist für manche Exporteure «von einem Tag auf den anderen» weniger attraktiv geworden. Viele hätten sich deshalb nach alternativen Absatzmärkten umgesehen. In solchen Momenten wird die internationale Präsenz einer Versicherung – Allianz Trade ist in mehr als 55 Ländern präsent – zum Vorteil. Das globale Netzwerk hilft, neue Märkte besser einzuschätzen und Risiken vor Ort zu beurteilen. Gleichzeitig ist diese Präsenz wichtig, wenn ein Schadenfall eintritt: Zahlt ein ausländischer Kunde nicht, entschädigt die Versicherung zunächst den Exporteur und treibt die Forderung anschliessend über lokale Zusammenarbeit im jeweiligen Land ein.
Man kann nicht alles absichern, aber dazu beitragen, Unsicherheit aus dem Geschäft zu nehmen.
Jan Möllmann,
CEO von Allianz Trade in der Schweiz
Laut Möllmann hat sich «die Volatilität im Vergleich zu dem, was ich am Anfang meiner Karriere gesehen habe, extrem erhöht.» Für die Zukunft erwartet er eine weiter steigende Volatilität. Krisen, Handelskonflikte und kriegerische Auseinandersetzungen nehmen zu. Umso wichtiger werde die Aufgabe der Exportversicherer, Instabilität abzufedern und Exportgeschäfte abzusichern.
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