Diagramm mit verschiedenen Linien und Datenpunkten.

Rechenschaftsbericht

Zur Generalversammlung 2026

Abschluss Projekt «Mehrleistung VVG»

Im Rahmen des Projekts «Mehrleistung VVG» haben die Krankenzusatzversicherer elf «generelle Grundsätze» zu den Mehrleistungen im akutstationären Bereich definiert. 

Mit diesem Framework bekennt sich die Branche, die Zusammenarbeit zwischen Versicherern, Kliniken und Ärzten vertraglich transparent und nachvollziehbar zu regeln und Mindestanforderungen an die Definition, Bewertung und Abrechnung von Mehrleistungen zu formulieren. Zusatzversicherte Patientinnen und Patienten können so die Abrechnungen der Mehrleistungen transparent nachvollziehen. 2021 hatte der SVV das Projekt lanciert, nachdem die FINMA ihre Vorstellungen bezüglich Transparenz und Nachvollziehbarkeit der Leistungen formuliert hatte. 

Auf den Mindestanforderungen des Frameworks basierend, handelten die Versicherer die Verträge mit den Spitälern individuell neu aus. Die Definition des konkreten Katalogs spezifischer Mehrleistungen eines Leistungserbringers sowie des damit verbundenen Preises verblieb dabei explizit in der Kompetenz der individuellen Vertragspartner. Die Umsetzungsfrist war aufgrund der hohen Zahl betroffener Verträge bis Ende 2025 verlängert worden. Der Anteil konformer Verträge lag bei der Messung im März 2025 bei 73 Prozent. Seit der Nullmessung 2022 ist der Anteil kontinuierlich gestiegen. Bei Projektende liegt der Anteil bei nahezu 100 Prozent. 

Finanzwissen stärken

Der SVV engagiert sich mit der Initiative Finanzwissen für die wirtschaftliche Bildung junger Menschen. 

Die Initiative setzt zwei Schwerpunkte. Mit dem ersten fördert sie die Entwicklung neuer Lernmedien. Der SVV unterstützt die Schweizerische Nationalbank SNB zusammen mit einem Partner aus der Wissenschaft bei der Entwicklung des Moduls «Mit Risiken umgehen». Der Launch ist für die zweite Jahreshälfte 2026 geplant. Projekte mit weiteren Bildungsinstitutionen sind in Abklärung. Als zweiten Schwerpunkt sucht der SVV Partnerschaften mit Lernplattformen. Zwei hat er bereits realisiert. Mit Young Enterprise Switzerland (YES) und wirtschaftsbildung.ch hat der Verband Anfang 2026 zweijährige Partnerschaften abgeschlossen. YES entwickelt praxisorientierte Wirtschafts- und Meinungsbildungsprogramme für Schülerinnen und Schüler. Der SVV unterstützt das Modul «Umgang mit Geld» von YES. Der Verein wirtschaftsbildung.ch setzt sich für die wirtschaftliche Bildung junger Menschen ein. Der SVV unterstützt dessen Programme «Wirtschaft entdecken» und «Wirtschaftswochen».

Neben diesen zwei Schwerpunkten plant der SVV weitere Massnahmen wie den Dialog mit kantonalen Erziehungsdirektorinnen und -direktoren sowie die verstärkte Vermarktung der SVV-Lernmittel. 

Sicherheit im Wandel der Zeit

Im Jahr 2025 feierte der Schweizerische Versicherungsverband SVV sein 125-Jahre-Jubiläum. Der im Jahr 1900 im Bahnhofbuffet Olten gegründete Verband nutzte die Gelegenheit, die Rolle der Versicherer im vergangenen Jahrhundert mit aktuellen Herausforderungen und der veränderten Sicherheitslage zu verbinden. 

Für die Jubiläumspublikation «Risiko, Solidarität und Mathematik» schrieben namhafte Autorinnen und Autoren Beiträge zu den Meilensteinen, Pionieren und Entwicklungen der Branche. Die Zürcher Regierungsrätin Carmen Walker Späh sprach das Grusswort an der Buchvernissage im Landesmuseum in Zürich.

Der Tag der Versicherer im «Circle Convention Center» am Flughafen Zürich stand im Zeichen des Jubiläums. 280 Vertreterinnen und Vertreter aus (Versicherungs-)Wirtschaft, Politik und Verwaltung nahmen am Anlass teil. Beiträge zur Rolle der Versicherer beim Felssturz von Blatten, ein Erlebnisbericht aus dem Ukrainekrieg und die Diskussion zwischen Jungpolitikerinnen und -politikern beleuchteten die Vielschichtigkeit des Themas Sicherheit. Im Rahmen der Jubiläumsaktivitäten unterstützte der SVV auch den Podcast «Börsenstrasse Fünfzehn». Darin diskutieren Alexandra Janssen und Fabio Canetg über Finanzthemen. Mit dem Jubiläumsquiz konnte man seine «Financial Literacy» verbessern. Die Sezione Ticino des SVV präsentierte sich im Jubiläumsjahr ebenfalls im öffentlichen Diskurs. Sie setzte auf Formate wie den InsurTalk Ticino oder das Forum Assicurazioni. Schliesslich schloss das Forum Assurances in Lausanne das Jubiläumsjahr symbolisch und thematisch ab. 

Branchenvertretung weiter gestärkt

Mit der Aspen Bermuda Limited Zurich Branch ist im Sommer 2025 ein weiteres renommiertes Rückversicherungsunternehmen dem SVV beigetreten. Die Zürcher Niederlassung ist eine Tochtergesellschaft der Aspen Bermuda Limited und wurde im Jahr 2019 gegründet. 

Seit Anfang 2026 ist die Visana Versicherungsgruppe neu als Mitglied im SVV dabei. Der Beitritt der Visana, einer der führenden Kranken- und Unfallversicherer, steht im Einklang mit der strategischen Weiterentwicklung des Unternehmens zum Allbranchenversicherer. 

Ebenfalls auf Anfang des Jahres ist mit der Quantum Leben AG ein weiterer Lebensversicherer zum SVV gestossen. Der Versicherer ist auf Lebens-, Kranken-, und Unfallversicherungen spezialisiert. Seinen Sitz hat das Unternehmen in Vaduz im Fürstentum Liechtenstein. 

Die neuen Mitglieder stärken den SVV in seiner Aufgabe, die Versicherungsbranche erfolgreich zu vertreten. Für die Versicherer bringt eine Mitgliedschaft im SVV unter anderem den Zugang zum Branchendialog. Zudem können sie sich im Rahmen der Gremienarbeit aktiv in die Facharbeiten und in den regulatorischen Prozess einbringen. 

Markante und selbstbewusste Markenerneuerung

Im vergangenen Jahr hat der SVV seinen Markenauftritt überdacht. Damit hat er die Weichen für eine zukunftsorientierte, digitale und klar positionierte Kommunikation gestellt. Die visuelle Weiterentwicklung der Marke bringt die Raison d’être des Verbandes prägnant zum Ausdruck: die Risikosolidarität für eine starke Schweizer Gesellschaft und Wirtschaft. Zugleich wurde darauf geachtet, dass das neue Erscheinungsbild zu den Werten passt, die der SVV verkörpert. Der SVV denkt und handelt marktwirtschaftlich, zeigt sich profiliert und agiert dialogorientiert. 

Das neue Logo bildet ein evolutionäres Redesign. Es ist markant und selbstbewusst, zugleich aber auch anschlussfähig an die Tradition. Gleichzeitig zeigt es die Zukunftsfähigkeit des Branchenverbandes. Die Website wurde ebenfalls umfassend überarbeitet. Sie bietet eine vereinfachte Navigation, eine leistungsstarke KI-gestützte Suche und einen schnellen Zugang zu allen wichtigen Themen und Dokumenten.

Mit dem Jubiläum wählte der SVV den passenden Zeitpunkt für die Überarbeitung. Der neue Auftritt positioniert den SVV für die Kommunikation in den kommenden Jahren visuell optimal. 

Keine Steuererhöhungen auf Kapitalbezüge

Im Rahmen des Entlastungspakets 27 hat der Bundesrat auf der Einnahmenseite Steuererhöhungen bei Kapitalbezügen vorgeschlagen. Der SVV lehnte die Massnahme jedoch entschieden ab. Zunächst korrigierte der Ständerat die Absicht des Bundesrats, später folgte der Nationalrat, indem die Massnahme aus der Vorlage gestrichen wurde. Der SVV begrüsste diese notwendige Korrektur des Parlaments ausdrücklich. 

Der Verband der Privatversicherer setzt sich seit jeher für ein ausgewogenes Dreisäulensystem in der Altersvorsorge ein. Unangebrachte Steuererhöhungen auf Vorsorgekapitalbezüge setzen dabei ein falsches Signal. Sie treffen letztlich auch den Mittelstand sowie Personen in schwierigen persönlichen Verhältnissen, die auf die Auszahlung von Todesfall- und Invaliditätskapitalien angewiesen sind. Steuererhöhungen untergraben zudem das Vertrauen in die zweite und dritte Säule. Wer jahrzehntelang in die persönliche Vorsorge investiert, muss auf verlässliche Spielregeln zählen können. Diese mitten im Spiel abzuändern, untergräbt das Vertrauen der Bevölkerung in das Dreisäulensystem. 

Scheinlösung statt Rechtssicherheit

Bei internationalen Grossereignissen hat die Versicherungswirtschaft ihre Leistungsfähigkeit bewiesen. Mit der globalen Diversifikation leisten die Rückversicherer dabei einen wesentlichen Beitrag. Auch wenn Erdbeben ein enormes Schadenpotenzial haben, erfüllen sie alle Bedingungen der Versicherbarkeit. Die Marktdurchdringung bestehender Versicherungslösungen steigt in der Schweiz entsprechend. 

Der Bundesrat will diesen funktionierenden Markt durch die staatliche Zwangslösung einer Eventualverpflichtung für Erdbebenrisiken (EVV) ersetzen. Damit bliebe das Erdbebenrisiko vollständig in der Schweiz. Mit der EVV würden nur die Schweizer Eigentümer und Steuerzahler die Rechnung bezahlen und nicht mehr der Rest der Welt über die Rückversicherungen. Ein Bericht von 2025 des Schweizerischen Erdbebendienstes (SED) suggeriert, dass die EVV günstiger wäre. Doch er zeichnet ein verzerrtes Bild. So böte die EVV keine Rechtssicherheit. Sie wäre von politischen Entscheiden abhängig. Die EVV würde anders als eine Erdbebenversicherung keine Sekundärschäden decken. Zudem sieht sie einen hohen Selbstbehalt vor. Auch berücksichtigt der Bericht die Transaktionskosten wie die Schadenaufnahme und -behebung kaum. Bei privaten Versicherungen sind diese vollumfänglich eingerechnet. Insgesamt ist die EVV eine krisenverstärkende Scheinlösung. Ordnungspolitisch und volkswirtschaftlich ist sie problematisch. 

Cyberresilienz stärken

Der Finanzsektor sieht sich mit gestiegenen Cyberrisiken konfrontiert. Um sich gegen diese zu wappnen, engagiert sich der SVV als Gründungsmitglied seit 2022 im Swiss FS-CSC. Der Verein ist als Public-Private Partnership organisiert. Er verfolgt den Zweck, die Widerstandsfähigkeit des Finanzsektors gegen Cyberrisiken zu verbessern. Hierzu fördert er eine enge Kooperation zwischen Finanzinstituten und Behörden. Mitglieder sind FINMA-regulierte Banken, Versicherungen und weitere Schweizer Finanzinstitute. Von Behördenseite sind unter anderem FINMA, SNB, aber auch das BACS dabei. 

Der Verein stärkt die Widerstandsfähigkeiten auf mehreren Ebenen. Neben einem koordinierten Risikomanagement und Massnahmen zur Verbesserung des Informationsaustausches organisiert er Übungen und Schulungen. 2025 fand die dritte strategische Cyberübung statt. In Zürich hat der Verein die Krisenkoordinationszelle des Finanzplatzes Schweiz und Liechtenstein beübt. Im November lud Swiss FS-CSC zudem zur ersten operativen Cyberübung in der Romandie ein. Die Veranstaltung unterstrich die Bedeutung einer landesweiten Zusammenarbeit bei der Abwehr von Cyberangriffen. 

Globale Risikodiversifikation

Rückversicherungen übernehmen Risiken von Versicherungen – in allen Sparten, also Schaden-, Lebens- und Krankenversicherung. Durch ihre globale Risikodiversifikation können sie Risiken besser streuen als Erstversicherer. Indem die Rückversicherungen einen Teil der Schadenlast tragen, ermöglichen sie es den Erstversicherern, auch grosse Risiken zu versichern, und stabilisieren deren Ergebnisse. 

Mit 23 professionellen inländischen Rückversicherungsunternehmen und über 20 Zweigniederlassungen ausländischer Rückversicherungen gehört die Schweiz zu den fünf grössten Rückversicherungsstandorten der Welt. Allein die 22 inländischen (der FINMA unterstellten) Rückversicherungsunternehmen verdienten 2024 ca. 40 Prozent der Versicherungsprämie der gesamten Versicherungswirtschaft in der Schweiz. Da Rückversicherungsunternehmen unabhängig von ihrem Standort weltweit tätig sein können, besteht ein globaler Wettbewerb um deren Ansiedlung. Deshalb analysieren die Rückversicherungsmitglieder des SVV jährlich die Attraktivität des Rückversicherungsstandorts Schweiz und geben Impulse zur Verbesserung. 

Aktuell präsentiert sich die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Schweiz weiterhin stark und vielversprechend. Dies wird durch anhaltend stabile Indikatoren zur Attraktivität des Standorts bestätigt. Für die Rückversicherungen stehen dabei drei spezifische Aspekte im Mittelpunkt: 

  • Freier Zugang zu anderen Märkten: Für die globale Risikodiversifikation ist es essenziell, dass für Schweizer Rückversicherungsunternehmen keine ausländischen Schranken bestehen, Risiken von Erstversicherungen in anderen Märkten zu übernehmen. 
  •  Schweizer Regulierung und Aufsicht: Eine möglichst schlanke Regulierung und Aufsicht, die die Besonderheiten der Rückversicherung berücksichtigt und gleichzeitig international anerkannt wird, stärkt die Attraktivität des Standorts Schweiz. 
  • Internationaler Arbeitsmarkt: Durch die hohe Spezialisierung der Mitarbeitenden ist es erforderlich, Fachkräfte sowohl aus der Schweiz als auch aus dem Ausland einfach und schnell rekrutieren zu können. 

Im Idealfall gelingt es der Schweiz, nicht nur potenzielle Nachteile auszuschliessen, sondern sich in bestimmten Rückversicherungsbereichen sogar als global führender Wettbewerbsstandort zu positionieren, so wie UK und Bermuda es heute schon geschafft haben.