
Das schwere Hagel- und Sturmereignis vom 28. August 2026 hat in weiten Teilen des Mittellands erhebliche Schäden angerichtet. Nach ersten Schätzungen des Schweizerischen Versicherungsverbandes SVV beträgt der privatversicherte Marktschaden knapp eine Milliarde Franken. Der grösste Teil davon entfällt auf vom Hagelschlag beschädigte Motorfahrzeuge.
Am Vormittag des 28. August 2026 zog eine besonders kräftige Gewitterzelle vom Jurabogen über das Mittelland bis in die Ostschweiz. Betroffen waren insbesondere die Kantone Bern, Solothurn, Aargau, Zürich und Thurgau. Lokal gingen Hagelkörner mit einem Durchmesser von bis zu fünf Zentimetern sowie schwere Sturmböen nieder, die an Fahrzeugen, Gebäuden und weiteren Sachwerten erhebliche Schäden verursachten. Der geschätzte versicherte Gesamtschaden ist mit knapp einer Milliarde Franken doppelt so hoch wie beim letzten grossen Hagelereignis am 25. August 2023 im Tessin.
Nach ersten Schätzungen entfallen mehr als 80 Prozent des versicherten Schadens auf Motorfahrzeuge. Insgesamt dürften über 100'000 Fahrzeuge vom Hagel betroffen sein. Rund zehn Prozent des geschätzten privatversicherten Gesamtschadens entfallen auf Elementarschäden, die über den Schweizer Elementarschadenpool gedeckt sind. Diesem gehören die wichtigsten in der Schweiz tätigen Privatversicherer an. Die übrigen Schäden betreffen weitere Versicherungszweige, darunter Betriebsunterbruch- und andere Zusatzversicherungen. «Das Schadenausmass ist beträchtlich. Gleichzeitig zeigt das Ereignis, dass das Schweizer Versicherungssystem auch bei Grossereignissen funktioniert und für die Volkswirtschaft von grosser Bedeutung ist. Die Versicherer unterstützen die Betroffenen rasch und unkompliziert bei der Schadenbewältigung», sagt Eduard Held, Geschäftsführer des Schweizer Elementarschadenpools.
Für Schäden an Motorfahrzeugen, Hausrat und Fahrhabe sowie für weitere privatversicherte Risiken kommt die Privatassekuranz auf. Unmittelbar nach dem Ereignis stellte sie zusätzliche Ressourcen für die Schadenbearbeitung bereit. Zur effizienten Abwicklung wurden unter anderem Drive-ins für die Begutachtung beschädigter Fahrzeuge eingerichtet. Viele Schäden können heute digital gemeldet und beurteilt werden, was die Bearbeitung beschleunigt und eine rasche Unterstützung der Betroffenen ermöglicht.
In sieben Kantonen sind die Gebäude bei der Privatassekuranz versichert, in den übrigen Kantonen bei kantonalen Monopolanstalten. Die vom Hagelereignis betroffenen Kantone sind mehrheitlich solche mit einer Monopolanstalt. Die dort entstandenen Gebäudeschäden werden durch die kantonalen Gebäudeversicherungen separat erhoben und sind in der vorliegenden Schätzung nicht enthalten.
Das jüngste Hagelereignis im Mitteland zeigt, wie wichtig leistungsfähige Versicherungsstrukturen für Bevölkerung und Wirtschaft sind: Sie ermöglichen auch bei Grossereignissen eine rasche Schadenbeurteilung und sichern die finanziellen Folgen breit ab.
Der Schweizerische Versicherungsverband SVV ist die Branchenorganisation der Schweizer Privatversicherer. Mit rund 70 Mitgliedern – darunter global tätige Erst- und Rückversicherer sowie national ausgerichtete, spezialisierte Sach-, Lebens- und Krankenzusatzversicherer – vertritt der Verband über 95 Prozent der in der Schweiz erwirtschafteten Versicherungsprämien. Der SVV setzt sich für eine nachhaltige Entwicklung der Versicherungswirtschaft ein und fördert Lösungen, die zur Stabilität und Sicherheit der Schweizer Wirtschaft und Gesellschaft beitragen. Damit leistet die Privatassekuranz einen wichtigen Beitrag zum Wohlstand in der Schweiz. Die Branche zählt zu den produktivsten und wertschöpfungsintensivsten Wirtschaftszweigen des Landes und beschäftigt rund 50’000 Mitarbeitende.
Medienkontakt
Schweizerischer Versicherungsverband SVV
Telefon: +41 44 208 28 14
E-Mail: media@svv.ch
300 Millionen Franken an versicherten Schäden verzeichnete der Elementarschadenpool für das Jahr 2024.

Im Interview sprechen David Bresch, Professor für Wetter- und Klimarisiken an der ETH Zürich und Eduard Held, Geschäftsführer Elementarschadenpool über Naturgefahren, Extremwetterereignisse und Klimawandel.

Interview mit der Tessiner Sektion des Schweizerischen Versicherungsverbandes SVV: Samuele Donnini, Präsident, und Mauro Canevascini, Vizepräsident.