
Die Bedrohung durch Cyberangriffe nimmt zu, doch viele Schweizer KMU unterschätzen ihr Risiko weiterhin. Eine aktuelle Studie von Deloitte identifiziert Schwachstellen bei der Risikowahrnehmung, bei grundlegenden Sicherheitsmassnahmen und beim Versicherungsschutz.
Durch den Einsatz von künstlicher Intelligenz und Automatisierung werden Cyberangriffe zunehmend schneller, gezielter und skalierbarer. Gleichzeitig sind viele Schweizer KMU auf die wachsenden Risiken nur unzureichend vorbereitet. Zu diesem Schluss kommt eine aktuelle Befragung zur Cybersicherheit von Schweizer KMU. Sie offenbart drei zentrale Schwachstellen: Cyberrisiken werden oft unterschätzt, grundlegende Sicherheitsmassnahmen nicht konsequent umgesetzt und der Versicherungsschutz bleibt lückenhaft.
Wahrnehmung und Realität klaffen auseinander
Laut der repräsentativen Befragung haben 49 Prozent der Mitarbeitenden in den vergangenen drei Monaten einen ernsthaften Cybervorfall bei ihrem Arbeitgeber erlebt. Dennoch schätzen lediglich 22 Prozent das Cyberrisiko ihres Unternehmens als hoch ein. Besonders ausgeprägt ist diese Diskrepanz bei Mikrounternehmen. Als häufigste Bedrohung nennen die Befragten Phishing-Angriffe, die Unternehmen aller Grössen betreffen.
Lücken bei grundlegenden Cybersicherheitsmassnahmen
Die Studie zeigt zudem Defizite bei zentralen Sicherheitsmassnahmen. Besonders bei modernen Authentifizierungsverfahren, regelmässigen Schulungen und Phishing-Tests sehen die Autoren Verbesserungspotenzial. Gerade kleinere Unternehmen setzen entsprechende Schutzmassnahmen deutlich seltener um als mittelgrosse Unternehmen. Der erstmals erhobene KMU-Cybersicherheitsindex erreicht 58 von 100 Punkten. Der Index ermöglicht es, künftige Fortschritte besser abzubilden.
Versicherungsschutz bleibt begrenzt
Auch beim Versicherungsschutz zeigt sich Handlungsbedarf. Ende 2025 waren rund 72 000 Unternehmen gegen Cyberrisiken versichert. Damit verfügen lediglich 11,5 Prozent der in der Schweiz domizilierten Unternehmen über eine Cyberversicherung. Dabei stützen sich die Studienverfasser auf Zahlen des Schweizerischen Versicherungsverbandes SVV. Die Versicherungslücke betrifft insbesondere kleinere Unternehmen, für die Cybervorfälle gemessen am Umsatz besonders schwerwiegende Folgen haben können.
Während bei Unternehmen ab 50 Millionen Franken Umsatz die Versicherungsdurchdringung fast vollständig erreicht ist, besteht bei den ganz kleinen Unternehmen noch viel Potenzial.

Täuschend echte Nachrichten werden zunehmend zum Risiko im digitalen Alltag – die Kampagne zeigt, wie einfache Massnahmen wirksam schützen und worauf es jetzt besonders ankommt.

Eine Cyberversicherung bietet finanzielle Absicherung und unterstützt bei der Vorbeugung, aber auch während und nach einem allfälligen Angriff.
