
Die Schweizer Assekuranz bietet ein breites Spektrum an anerkannten Aus- und Weiterbildungswegen – von der beruflichen Grundbildung bis zum universitären Abschluss. Die folgende Übersicht gibt einen Einblick in die wichtigsten Bildungspfade und Bildungsinstitutionen, die eine Karriere in der Versicherungsbranche ermöglichen oder fördern.
Berufsbildungsverband der Versicherungswirtschaft (VBV)
Der VBV entwickelt die versicherungsspezifischen Berufsbilder und Bildungsprogramme der Branche, organisiert Prüfungen und stellt Lehrmittel sowie digitale Lernangebote bereit.
Diese Bildungsstufe umfasst ausschliesslich staatlich reglementierte, formale Lehrgänge, die zu einem eidgenössischen Abschluss führen.
Kaufmann/Kauffrau EFZ Privatversicherung
Der klassische Einstieg in die Versicherungswirtschaft erfolgt über die kaufmännische Grundbildung bei einem Versicherungsunternehmen. Die Ausbildung vermittelt Kenntnisse in Kundenberatung, Schadenbearbeitung, Underwriting, Vertragsverwaltung und betriebswirtschaftlichen Grundlagen. Der Abschluss eröffnet den direkten, prüfungsfreien Zugang zur höheren Berufsbildung (Berufsprüfung) nach zweijähriger Berufspraxis.
Young Insurance Professional VBV
Das Einstiegsprogramm Young Insurance Professional (YIP) richtet sich an Maturandinnen und Maturanden und kombiniert betriebliche Praxiseinsätze mit einer strukturierten schulischen Ausbildung. Als einjährige Arbeitswelterfahrung eröffnet das Programm Anschlussmöglichkeiten in der höheren Berufsbildung und gewährleistet den Zugang zum Fachhochschulstudium.
Branchenzertifizierung: Versicherungsvermittler VBV
Branchenzertifizierung für Mitarbeitende im Vertrieb und in der Kundenberatung. Der Abschluss ist kein staatlich anerkannter Abschluss im Sinne des Berufsbildungsgesetzes, wird jedoch branchenweit als Qualifikationsnachweis für Vertriebsrollen anerkannt.
Diese Bildungsstufe richtet sich an Berufsleute mit Praxiserfahrung und ermöglicht eine fachliche oder führungsorientierte Spezialisierung ohne universitäre Maturität.
Versicherungsfachmann/-frau mit eidg. Fachausweis (BP)
Vertiefte Ausbildung für Fachspezialisten im Vertrieb, Schadenmanagement, Broking oder Produktmanagement. Der modular aufgebaute Vorbereitungslehrgang wird vom VBV organisiert und kann berufsbegleitend absolviert werden. Der eidgenössische Fachausweis ist schweizweit anerkannt und bildet die Grundlage für weiterführende Abschlüsse wie den Dipl. Versicherungswirtschafter/-in HF.
Dipl. Versicherungswirtschafter/-in HF
Der berufsbegleitende Studiengang der höheren Berufsbildung richtet sich an erfahrene Mitarbeitende, die eine Führungsfunktion in der Versicherungswirtschaft anstreben. Die Ausbildung vermittelt praxisorientiertes, vernetztes Know-how in Sach-, Vermögens- und Personenversicherungen sowie betriebswirtschaftliche und Führungskompetenzen bis zur mittleren Managementstufe. Der eidgenössisch anerkannte Abschluss (NQF-Niveau 6) eröffnet zudem den Zugang zu weiterführenden Fachhochschulstudiengängen sowie zu MAS/EMBA-Weiterbildungen.
A. Bachelor-Studiengänge (Tertiärstufe A - Niveau 6)
Wissenschaftsbasierte und praxisorientierte Erstausbildung an Fachhochschulen.
ZHAW Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften
Das Institut für Risk & Insurance der ZHAW ist ein Kompetenzzentrum für ökonomische und sozialwissenschaftliche Fragen im Bereich der Versicherungswirtschaft. Es leistet einen wichtigen Beitrag zur gezielten Ausbildung von Fachleuten für die Versicherungsbranche, indem es den Bachelorstudiengang Betriebsökonomie mit Vertiefung in Insurance Management Risk & Insurance sowie ein breites Weiterbildungsangebot mit Kursen und Fachtagungen anbietet. Ausserdem betreibt das Institut für Risk & Insurance anwendungsorientierte Forschung und Beratung.
Hochschule für Wirtschaft Zürich (HWZ)
Die Hochschule für Wirtschaft Zürich (HWZ) ist eine praxisorientierte Bildungsinstitution mit einem breiten Angebot an berufsbegleitenden Studiengängen und Weiterbildungen im Bereich Wirtschaft. Sie leistet einen wichtigen Beitrag zur Qualifizierung von Fach- und Führungskräften in der Versicherungsbranche durch spezialisierte Programme, etwa in den Bereichen Digital Insurance oder Insurance Transformation. Diese vermitteln praxisnahe Kompetenzen zu Digitalisierung, Geschäftsmodellen und Regulierung der Versicherungswirtschaft.
B. Konsekutive Master-Studiengänge & PhD / Forschungszentren (Niveau 7 & 8)
Wissenschaftliche Vertiefung und mathematisch-analytische Forschung an Universitäten und der ETH.
ETH Zürich
Die ETH Zürich bietet im Rahmen ihres Departements Mathematik eine forschungsstarke Ausbildung in Versicherungs- und Finanzmathematik an. Das 1994 gegründete RiskLab ist ein angewandtes Forschungszentrum für quantitative Risikoanalyse und verbindet mathematische Grundlagenforschung mit praxisrelevanten Fragestellungen aus der Versicherungs- und Finanzwirtschaft. Die ETH bildet Studierende in den Programmen Mathematik und Statistik aus, mit Spezialisierungsmöglichkeiten in stochastischen Prozessen, aktuariellen Methoden und quantitativem Risikomanagement.
Universität Basel
Die Universität Basel bietet im Rahmen des Departements Mathematik und Informatik den Masterstudiengang Actuarial Science an. Der Studiengang verbindet mathematische Modelle mit ökonomischen und versicherungsspezifischen Fragestellungen, vermittelt eine fundierte Ausbildung in Versicherungsmathematik, Risikoanalyse und Finanztheorie und legt einen starken Praxisbezug. Die Universität fördert zudem den Austausch zwischen Forschung, Lehre und Versicherungswirtschaft.
Universität Bern
Die Universität Bern beheimatet mit dem Institut für Mathematische Statistik und Versicherungslehre eine wissenschaftliche Einrichtung im Departement Mathematik und Statistik, die Forschung und Lehre in Statistik, Wahrscheinlichkeitstheorie sowie Finanz- und Versicherungsmathematik vereint. Das Institut bildet Studierende im Rahmen der Studienprogramme in Mathematik und Statistics & Data Science aus, fördert die enge Verbindung von Theorie und Anwendung und ist zudem in der Weiterbildung aktiv.
Universität Lausanne (HEC Lausanne)
Die HEC Lausanne beherbergt mit dem Department of Actuarial Science eine international ausgerichtete akademische Einheit für versicherungsmathematische Lehre und Forschung. Das Department befasst sich mit quantitativen Fragestellungen der Versicherungsmathematik, insbesondere der Risikotheorie, Insurance Economics sowie der Analyse von Altersversorgungssystemen, und schlägt dabei eine Brücke zur Finanzmathematik.
Universität St. Gallen (HSG)
Das Institut für Versicherungswirtschaft (IVW) ist ein innovatives Forschungs-, Weiterbildungs- und Beratungsinstitut der Universität St. Gallen. Die Arbeitsschwerpunkte bilden die vier Kompetenzbereiche General Management, Versicherungsmarketing, Financial Services und Integriertes Risiko-Management. Zwei strategische Geschäftseinheiten – Trendmonitoring sowie Organisations- und Personalentwicklung – dienen vor allem der Wissensvermittlung.
Hochschule Luzern (HSLU)
Die Hochschule Luzern beheimatet mit dem Institut für Finanzdienstleistungen Zug (IFZ) ein zentralschweizer Kompetenzzentrum für Finanz- und Versicherungsfragen. Das IFZ bietet praxisnahe Weiterbildung, anwendungsorientierte Forschung und Beratung zu Themen wie Financial Management, Banking, Investments & Insurance sowie Risikomanagement und Corporate Governance. Neben Master-, Diplom- und CAS-Programmen organisiert das Institut Seminare, Konferenzen und Fachveranstaltungen und fördert den Austausch zwischen Wissenschaft, Praxis und Versicherungswirtschaft.
Kalaidos Fachhochschule
Die Kalaidos Fachhochschule Schweiz bietet im Bereich Versicherung praxisorientierte Weiterbildungsprogramme an, darunter berufsbegleitende Master-, MAS- und CAS-Studiengänge. Sie vermitteln Kompetenzen in Versicherungssteuerung, Digital Insurance, Vertrieb sowie neuen Produkten und Dienstleistungen und schlagen damit eine Brücke zwischen Theorie und Praxis. Die Programme richten sich an berufstätige Fach- und Führungskräfte und fördern den Austausch zwischen Lehre, Forschung und Versicherungswirtschaft.
Spezifische Bildungswege für technische, versicherungsmedizinische und quantitative Expertenfunktionen in der Assekuranz.
Aktuariat – Schweizerische Aktuarvereinigung (SAV)
Für angehende Aktuarinnen und Aktuare führt der Weg typischerweise über ein Studium der Mathematik, Statistik oder Actuarial Science sowie die Weiterbildung bei der Schweizerischen Aktuarvereinigung (SAV). Die SAV reguliert die Zulassung zur geschützten Berufsbezeichnung Aktuar SAV und sichert damit den fachlichen Standard in der Schweizer Versicherungswirtschaft.
Risk Management
Vertiefungen in Enterprise Risk Management, quantitativer Risikoanalyse, Compliance und Governance werden unter anderem an der ZHAW angeboten – sowohl als Bestandteil regulärer Studiengänge wie auch als CAS- und MAS-Programme.
Digitalisierung und Data Science
Weiterbildungen in Artificial Intelligence, Data Analytics, Digital Insurance und InsurTech gewinnen zunehmend an Bedeutung. Konkrete Programme bieten unter anderem die ZHAW und die Kalaidos Fachhochschule an.
Versicherungsmedizin – Academy of Swiss Insurance Medicine (asim)
Die Academy of Swiss Insurance Medicine (asim) ist das universitäre Dienstleistungs- und Kompetenzzentrum für Versicherungsmedizin am Universitätsspital Basel. Asim hat an der medizinischen Fakultät der Universität Basel ein umfangreiches und vielfältiges Bildungsangebot aufgebaut, das sich an Medizinstudierende, Ärztinnen und Ärzte sowie Fachpersonen an der Schnittstelle zwischen Medizin und Versicherungswesen richtet.
Die Versicherungsbranche vereint verschiedenste Berufe aus sämtlichen Stufen des Schweizer Bildungssystems. Sie zeichnet sich durch ein vielfältiges Grund- und Weiterbildungsangebot aus.

Der SVV und sein Partnerverband, der Berufsbildungsverband der schweizerischen Versicherungswirtschaft VBV, arbeiten eng mit verschiedenen Bildungsinstitutionen zusammen.

Der SVV tritt der ICT-Berufsbildung Schweiz bei und fördert so die Ausbildung von kompetenten ICT-Fachkräften.
