
Einmal jährlich fasst die FINMA die Daten zum Geschäftsgang der von ihr beaufsichtigten Versicherungsunternehmen zusammen und gibt im «Bericht über den Versicherungsmarkt» einen Überblick über die Branchenkennzahlen. Hier finden Sie eine Übersicht über die Erkenntnisse.
Für den Gesamtmarkt weist die FINMA im Jahr 2025 gebuchte Bruttoprämien von rund 149,1 Milliarden Franken aus. Rund 88,7 Milliarden Franken flossen in Form von Zahlungen für Versicherungsfälle an die Versicherten zurück. Der aggregierte Jahresgewinn der schweizerischen Versicherungsunternehmen belief sich auf rund 24,4 Milliarden Franken und lag damit deutlich über dem Vorjahreswert von 10,4 Milliarden Franken.
Eine detaillierte Übersicht über das Prämienvolumen im Schweizer Direktversicherungsgeschäft und dessen Verteilung auf die einzelnen Sparten finden Sie hier.
In der Bilanz lassen sich Vermögen und Verpflichtungen der Versicherer ablesen. Eine der grössten Positionen auf der Passivseite der Bilanz sind die versicherungstechnischen Rückstellungen. Dabei handelt es sich um potenzielle, langfristige Zahlungsverpflichtungen von rund 498,9 Milliarden Franken in den Büchern der Versicherer. Übertroffen werden diese lediglich von den dafür angelegten Kapitalanlagen auf der Aktivseite, mit denen die Versicherer die Erfüllung dieser Verpflichtungen gewährleisten. Sie belaufen sich auf 524,6 Milliarden Franken. Festverzinsliche Wertpapiere blieben mit einem Anteil von 41 Prozent die wichtigste Anlageklasse. Damit ist die Versicherungsbranche ein wichtiger Investor – auch für die Schweizer Wirtschaft.
Um zu überprüfen, ob die Verpflichtungen der Versicherer jederzeit gewährleistet sind, existieren verschiedene Kennzahlen. Dazu zählt unter anderem das Deckungsratio, das angibt, wie viel Prozent der Verpflichtungen durch das gebundene Vermögen gedeckt sind, für das strenge Anlagerichtlinien gelten. Mit einem Deckungsgrad von 112 Prozent wird der Sollbetrag von 101 Prozent im Jahr 2025 deutlich übertroffen.
Eine weitere Kennzahl zur Beurteilung der Erfüllbarkeit der Verpflichtungen ist der Swiss Solvency Test (SST). Er beurteilt die Kapitalisierung der Versicherer. Mit einer Solvenzquote von 254 Prozent im Jahr 2025 übersteigt das verfügbare Kapital (risikotragendes Kapital) das erforderliche Kapital (Zielkapital) um ein Vielfaches. Das gebundene Vermögen und das risikobasierte Solvenzregime gemäss SST gewährleisten eine hohe Sicherheit für die Versicherten.
Einen Exkurs widmet die FINMA der Rückversicherungsdeckung bei Elementarschäden in der Schweiz. Die Schäden durch Naturkatastrophen waren 2025 stark vom Felssturz in Blatten geprägt. Die FINMA beziffert den geschätzten versicherten Schadenaufwand auf rund 273 Millionen Franken. Aufgrund des Elementarschadenpools und der Struktur der Rückversicherungsdeckung waren die Schweizer Rückversicherer davon nicht betroffen.
Der Elementarschadenpool ermöglicht schweizweit einen Schadenausgleich zwischen den beteiligten Gesellschaften. Ergänzt wird dieser durch eine international breit abgestützte Rückversicherungsdeckung. Diese ist als sogenannte Stop-Loss-Deckung ausgestaltet: Sie deckt nicht einzelne Ereignisse, sondern die über ein Jahr aggregierten Schäden. Aktuell greift sie nach einem Selbstbehalt der Erstversicherer von 550 Millionen Franken und reicht bis zu einer oberen Limite von 1,8 Milliarden Franken. In Jahren mit ausserordentlich hohen Schäden kann die Rückversicherung damit einen bedeutenden Teil der Belastung übernehmen.
Der jährlich erscheinende Bericht der FINMA über den Versicherungsmarkt enthält allgemeine Informationen über den Versicherungsmarkt in der Schweiz sowie branchenspezifische Daten zur Bilanz- und Erfolgsrechnung.
Die spartenspezifischen Zahlen zeigen die Prämienentwicklung, die Marktanteile der grössten Unternehmen im Schweizer Geschäft sowie die Entwicklung des Eigenkapitals und des Jahresergebnisses. In der Lebensversicherung geht der Bericht zudem auf das Deckungskapital und das versicherungstechnische Ergebnis ein. Seit der Jahreserhebung 2019 enthält der Bericht auch die Angaben zur «Betriebsrechnung berufliche Vorsorge» und ersetzt damit den «Transparenzbericht berufliche Vorsorge» der Vorjahre.